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"100 Jahre Kapp-Lüttwitz-Putsch" in Berlin Kreuzberg

Donnerstag, 20.02.2020

19:00 Uhr

RegenbogenKino
Lausitzer Str. 22, 10999 Berlin

Studenten, Erwachsene

Leute treffen, Politik

http://www.regenbogenfabrik.de

Keine Anmeldung erforderlich! Schaue einfach beim Treffen vorbei.

100 Jahre Kapp-Lüttwitz Putsch, 100 Jahre Generalstreik

Massenstreik gegen Faschismus und Militärismus

Zum 100. Mal jährt sich am 13. März der Putsch der Generale, der die junge Weimarer Republik beseitigen wollte. Die wegen ihrer Mordtaten gegen die Arbeiterbewegung einschlägig bekannten Freikorps marschierten in Berlin ein, setzten den Landschaftsdirektor und 1912 in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewählten Wolfgang Kapp als Diktator ein und besetzten die Regierungsgebäude.

Der einen Tag später in großer Geschlossenheit durchgeführte Generalstreik schnürte der Putschregierung die Kommunikationswege, die Gefolgschaft und die Finanzen ab - sie saß bei Kerzenschein in der Reichskanzlei und musste nach fünf Tagen aufgeben.

Aufruf zum Generalstreik


Die Hoffnung der Arbeiterschaft, nun den Sozialismus durchsetzen zu können, erfüllten sich jedoch nicht - die gerettete Reichsregierung setzte das Militär gegen sie ein.

Viele unter denen, die sich im März 1920 der Reaktion in den Weg stellten, hatten schon 1918/1919 für die Revolution gekämpft, für die Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien und die Demokratisierung von Behörden und Militär. Statt die kaisertreue Generäle und Beamten zu entlassen und mit den Arbeiter- und Soldatenräten die Demokratie aufzubauen, hatte die SPD-geführte Reichsregierung jedoch die Republikfeinde in ihren Ämtern belassen, die nun putschten, als sie sich stark genug fühlten.
In ihrem einzigartigen Generalstreik zeigte die Arbeiterschaft, dass sie sich einem Putsch nicht unterwerfen würde. Wenige Jahre später fanden sich die Putschisten in den Führungspositionen des Nazistaates wieder.

Der Historiker Reiner Zilkenat wird unter dem Titel "Mit dem Hakenkreuz am Stahlhelm - Die Brigade Ehrhardt und ihre Hintermänner während des Kapp-Putsches und danach" über die Putschisten und ihre Hintermänner sprechen.

Wie in der Weimarer Republik wurde auch in der BRD die Demokratie mit rechtem Personal aufgebaut.
NSDAP-Mitglied Kurt Georg Kiesinger schaffte es bis zum Bundeskanzler, Hitler-General Adolf Heusinger wurde Generalinspekteur der Bundeswehr und der Generalmajor der Wehrmacht Reinhard Gehlen baute als Generallieutnant der Reserve einen Geheimdienst auf - die Bundesregierung übernahm die "Organisation Gehlen" als Bundesnachrichtendienst.

Das aufgeflogene "Hannibal" - Netzwerk innerhalb der Bundeswehr wirkt vor diesem Hintergrund fast schon wie Traditionspflege. Ein bundesweites Netzwerk aus ehemaligen Reservisten, Polizisten, Angehörigen von Spezialeinsatzkommandos, Richtern, Verfassungsschutzmitarbeitern bereitet(e) sich auf den Umsturz vor. Über politische Gegner*innen wurden Todeslisten angefertigt. Die Kontakte dieser Struktur reichen bis in die AfD hinein. Das ist nur eines von vielen Beispielen, die die enge Verwobenheit von Teilen des Staatsapparates mit Neonazis belegen.

Martina Renner (MdB, DIE LINKE), Expertin auf diesem Gebiet, wird über das Einsickern rechter Netzwerle in Bundeswehr und Polizei sprechen.

Der Titel ihres Vortrags:
"Schattenarmee oder Einzelfälle? Rechte Netzwerke in Polizei und Bundeswehr und Polizei".

Anschließend gibts Gelegenheit zur Diskussion.

Eintritt frei - Spenden willkommen.

Der Abend ist Teil einer Veranstaltungsreihe zur Vorbereitung auf die Kundgebung zum 100-jährigen Jahrestag des Streiks am 14.3.20, Treffpunkt: Kaiser-Wilhelm-Platz.

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