Du bist ein Organisator?
Finde kostenlos Mitmacher
 

Tag der Zivilcourage in Berlin Charlottenburg-Nord

NARUD e.V.

Brüsseler Straße 36, 13353 Berlin

Als migrantische Organisation, gegründet und geleitet von Zuwanderern aus verschiedenen afrikanischen Ländern, war und ist Rassismus für NARUD e.V. seit seiner Gründung 2007 ein unausweichliches Thema, welches mit der Expertise eigener Erfahrung, der Kompetenz eines vielfältigen Teams sowie fachlich fundierten und kreativen Ansätzen bearbeitet wurde und wird.

Da Migrationserfahrung oder -hintergrund oder Freundschaft mit Migrant_innen allein nicht Garant für eine hohe interkulturelle Kompetenz sein können, realisiert NARUD e.V. regelmäßig interne Fortbildungen für die Belegschaft im Sinne eines fortlaufenden Hinterfragens der eigenen Rolle und der eigenen Befangenheiten und Perspektiven.

NARUD e.V. widmet sich bereits jetzt über mehrere Projekte dem Ziel, Diskriminierung entgegenzuwirken. Zu projektübergreifenden Aktivitäten gehört dabei z.B. das seit 9 Jahren stattfindende Interkulturelle Fußballturnier mit BAOBAB-Messe. Letztere dient zur Vernetzung regionaler Akteure, die sich nebst globalen Themen für die Wertschätzung von Vielfalt in den Kiezen, NGOs und Unternehmen einsetzen. Auf dem Platz und im Familienfest-Bereich werden auch viele Geflüchtete eingebunden und mit Sport und Spiel die sonst häufig bestehenden Abgrenzungen innerhalb der Bevölkerung überwunden.

Seit 2007 baut NARUD e.V. umfassend Aktivitäten in der Integrationsarbeit aus und ist damit direkt mit Inklusionshemmnissen wie Diskriminierungen gegenüber Migrant_innen beschäftigt.

2014 übernahm der Verein die Rolle als Registerstelle der Berliner Register für den Bezirk Mitte - und damit die Verantwortung der Erfassung einer breiten Palette von Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, sowie der öffentlichen Aufklärung über diese. Es werden verschiedene Formen von Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus erfasst, dokumentiert und ausgewertet, ebenso wie Diskriminierungen und Angriffe hinsichtlich verschiedener weiterer Gruppenzugehörigkeiten (LGBTIQ*, Sozialer Status, BeHinderung) sowie die Aktivitäten rechtsextremer Akteur_innen (etwa Propaganda). Die Registerarbeit umfasst dabei auch: Anwerbung und Begleitung von anderen Organisationen als Anlaufstellen und Kommunikation auf allen Ebenen: direkt betroffene Personen, sonstige Zivilbevölkerung, Verwaltung, Trägerlandschaft, politische Gremien, Medien, Polizei.

Es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Registerstellen in den anderen Bezirken. Im Bezirk Mitte werden von NARUD e.V. weiterhin zusätzliche Anlaufstellen angeworben und begleitet. Zu diesen gehören auch die Wendepunkt gGmbH.  und Gangway e.V., die im Gebiet Pankstraße angesiedelt sind und deren Mitarbeiter_innen, tagtäglich mit den Diskriminierungserfahrungen von Migrant_innen in Berührung kommen.

Dieser generellen Anti-Diskriminierungs-Ausrichtung wird momentan zusätzlich nachgekommen mit dem Projekt “Prävention und Intervention durch Interkulturelle Pädagogik - PIIP”, gefördert u.a. als Modellprojekt durch das Bundesprogramm “Demokratie Leben”.

Über das PIIP-Projekt werden aus allen Gesellschaftsbereichen Multiplikator_innen der Anti-Diskriminierung geschult, mit besonderen Schwerpunkten auf migrantischen Communities, Entscheidungsgremien und pädagogischen Fachkräften (insbesondere Lehrer_innen, Erzieher_innen und Sozialpädagog_innen).Wir haben für Pädagog_innen bereits verschiedene Fortbildungsformate durchgeführt, überwiegend zur Sensibilisierung zu den Themen Rassismus und intersektionale Diskriminierung.

An die Öffentlichkeit wendet sich PIIP mit Zivilcourage-Kampagnen-Aktivitäten wie dem durch den Verein in Berlin initiierten Tag der Zivilcourage.

NARUD e.V. leistet im Bereich Rassismus nicht nur Sensibilisierung, sondern auch Empowerment, sowohl von Einzelpersonen als auch von Migrant_innenorganisationen und Initiativen. Da Migrant_innen häufig von Mehrfachstigmatisierungen / Mehrfachdiskriminierungen betroffen sind, und da Diskriminierung generell intersektionell bearbeitet werden muss, stellen Sexismus, Alterdiskriminierung, BeHinderung, Sozialchauvinismus und weitere für den Verein auch in der Beratung bereits relevante Phänomene dar. Im Rahmen unseres Empowerment-Projekts ”Stark durch Gemeinschaft” haben wir im letzten Jahr unter Anderem Folgende Veranstaltungen durchgeführt: “Diskriminierung in der Schule begegnen”, “Alt werden in der Gesellschaft”, “Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt” in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle “Fair Mieten - Fair Wohnen” und “Strategien gegen Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt” sowie “Vielfalt in der Pflege”.

Empowerment bedeutet für den Verein im Sinne der Zivilcourage stets eine Bekräftigung benachteiligter Gruppen und Individuen, sich füreinander und für eine Gesellschaft der Vielfalt stark zu machen. Deswegen bieten wir ergänzend zu den monatlichen Empowerment-Treffen über das Projekt “Stark durch Gemeinschaft” eine Vereinsgründungsberatung an.

Vernetzung

Im Rahmen unserer aktuellen Arbeit sowie aus vergangenen Kooperationen sind wir stark vernetzt mit Akteur_innen der Antidiskriminierungsarbeit, mit Migrant_innenorganisationen und nachbarschaftlichen Akteur_innen im Bezirk Mitte, insbesondere im Stadtteil Wedding, und darüber hinaus. Wir nehmen an der RAG nach §78 KJHG teil und haben schon verschiedene Veranstaltungen im Haus der Jugend durchgeführt. Wir sind Mitglied im Dachverband MoveGlobal, dessen Vorstandsmitglied unser Geschäftsführer Aziz Lamere ist, bringen uns in Gremien ein, arbeiten vernetzt zu Kampagnen und Themenwochen wie den Wochen gegen Rassismus und der Initiative TeamWorks und sind eng verbunden mit unserer Partnerorganisation AMK e.V., dem afrikanischen Muslimkreis. Mit dem Büro des Integrationsbeauftragten Berlin-Mitte Herrn Winkelhöfer arbeiten wir seit Jahren eng zusammen, etwa in der Abstimmung zur Registerarbeit. Auch mit der Polizei arbeiten wir auf mehreren Ebenen zusammen, z.B. für das Fußballturnier und für die Kick-Off-Veranstaltung des PIIP-Projekts. Aus dem Verein heraus geschieht zudem eine ehrenamtliche Beteiligung in den Begleitausschüssen “Demokratie in der Mitte” Wedding und Moabit.

Im Gebiet Pankstraße arbeiten wir eng mit den Anlaufstellen des Registers Wendepunkt gGmbH und Gangway e.V. zusammen und haben in der Vergangenheit bereits mehrfach mit der International Christian Revival Church, der Yunus Emre Moschee in der Reinickendorfer Straße, Zukunftsbau, Zirkus Internationale und dem Himmelbeet zusammengearbeitet. Wir haben als Verein mit zehnjährigem Bestehen vielfältige Erfahrung damit, uns weitere Kooperationspartner_innen in den jeweiligen Projektgebieten zu erschließen.

Grundsätze

NARUD e.V. behandelt Rassismus nicht getrennt von anderen Diskriminierungsformen bzw. gesellschaftlichen Machtverhältnissen, sondern betrachtet diese als untrennbar miteinander verwoben. Rassismus, antimuslimischer Rassismus, Antisemitismus, Antiromaismus, Sexismus, Heteronormativität, Altersdiskriminierung, Adultismus, Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität, BeHinderung und chronischer Krankheit und aufgrund des sozialen Status und weitere bedingen sich gegenseitig. Sie bilden unserer Meinung nach das Machtgefüge, in dem die Positionen in unserer Gesellschaft und die gesamten globalen Beziehungen verhandelt werden.

In unserer Arbeit geht es daher darum, einerseits allgemeine Mechanismen von Macht und Diskriminierung aufzuspüren und Wissen darüber zu vermitteln und andererseits die spezifischen Bilder und Wirkungsweisen der einzelnen Machtverhältnisse oder Diskriminierungsformen zu analysieren. Ziel ist es, viele Menschen für diese Zusammenhänge und ihre eigene Position und Beteiligung darin zu sensibilisieren, denn so kann Diskriminierung sukzessive abgebaut werden. Ebenso wichtig ist es, die Menschen in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken, sodass sie trotz Diskriminierung bestehen und an deren Abbau mitarbeiten können.

Team

Um diese Konzepte und Grundsätze kompetent umsetzen zu können, beschäftigt NARUD e.V. derzeit fest: einen Sozialpädagogen, eine Islamwissenschaftlerin und Politologin, eine Empowerment-Trainerin und Dr. Phil. in Literatur und Philosophie, eine Lehrkraft des Globalen Lernens, eine zertifizierte Anti-Bias- und Diversity-Trainerin, Philosophin und Kulturwissenschaftlerin, und einen Ingenieur für Stadtplanung und soziale Entwicklung mit Weiterbildung u.A. zum Projektmanager als Geschäftsführer.

Alle Veranstaltungen

http://www.narud.org

Donnerstag, 19.09.2019

13:00 bis 22:00 Uhr

Leopoldplatz 1, 13353 Berlin

Babies, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, Studenten, Erwachsene, Eltern, Familien, Senioren

Leute treffen, Basteln & Spielen, Handwerk & Kreatives, Kultur, Bildung, Religion, Politik, Soziales

http://www.narud.org/

Keine Anmeldung erforderlich! Schaue einfach beim Treffen vorbei.

Liebe Zivilcourage-Akteur_innen in Berlin!

Am Do 19. September 2019 ist wieder Tag der Zivilcourage, auf dem Leopoldplatz (Berlin-Wedding), ab 14 Uhr bis 21:30 Uhr.

Wir wollen Euch einladen, Euch an diesem Aktionstag zu beteiligen!

Was könnt Ihr einzubringen? Toll wären möglichst vielfältige Aktivitäten zum Mitmachen, In-Kontakt-Kommen, Lernen und Ausprobieren, Mutigwerden!

Bitte meldet Euch an (bei zivilcourage@narud.org mit ersten Ideen nach Möglichkeit bis zum Mo 19.8.). Die Beiträge tragen wir dann zusammen und bereiten die Ankündigungsarbeit vor.

Bitte auch anmelden zum: Info- und Vernetzungstreffen mit Beteiligten am Mo 4. September, 12:00 Uhr bei NARUD e.V. (Brüsseler Str. 36)

Es gibt vonseiten der Organisation:

  • Eine Bühne mit Verstärker-Anlage (Mikrophon) Für Rede- und Musikbeiträge
  • Marktstände für Infostände
  • Tische für Mitmach-Aktionen, Gesprächsrunden etc.
  • Bespielbaren Raum auf dem Leopoldplatz
  • Eine Moderation, die Aktivitäten ankündigt
  • Offenheit für Eure Ideen
  • Vorab- und Rückblicks-Kommunikation Eurer Beteiligung über Ankündigungskanäle und zusammen mit dem Bundesnetzwerk Zivilcourage
Leider nötig: Wir behalten sich vor, vom Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

Im Namen der Veranstalter_innen des Aktionstages (NARUD e.V., das Team Gewaltmanagement, die lokale Vertretung des Bundesnetzwerks Zivilcourage, die Giuseppe-Marcone-Stiftung, I am Jonny e.V., das VIDA-Netzwerk und die Evangelische Nazareth-Kirchengemeinde Wedding)

Viele Grüße!

Das Team von NARUD e.V. und der Registerstelle Berlin-Mitte

Weitere gemeinschaftliche Veranstaltungen in Berlin